Fertig für die Fahrt?

Los geht's!

Dezember 2020

News

Mein bislang bestes Jahr! Die Rennsaison 2020 - Übersicht über etwas ganz Besonderes

Das war nun die Saison 2020: Ein Jahr, welches aufgrund COVID-19 seine Höhen und Tiefen hatte.
Eigentlich sollte die Motorradrennsaison im April beginnen, doch durch COVID-19 wurde alles verschoben. Keiner wusste so recht, wann es wieder los geht und vor allem ob es irgendwann losgeht. 
Für mich begann dann endlich die Saison Anfang Juni, über 1,5 Monate später als geplant. Ich startete in Assen. Auf dieser Strecke war ich schon öfter, und sie gehört zu einer meiner Lieblingsstrecken. Doch der erste Tag verlief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich fühlte mich auf der R1 total unwohl, war schnell erschöpft und konnte nicht so fahren, wie ich es eigentlich wollte. Keine Sorge, ich hatte kein Corona. An einer möglichen schlechten Fitness lag es auch nicht. Nach viel Kopfzerbrechen in Assen kamen wir dann darauf, dass es am Fahrwerk liegen musste. Ich konnte meine Ideallinien nur mit viel Mühe halten und insgesamt machte das Motorrad eben nicht das, was ich eigentlich wollte. Nach ein paar Anpassungen am Fahrwerk ging es immer besser, aber es war eben immer noch nicht wirklich gut. Mit Biegen und Brechen konnte ich nach 8 Monaten Pause an meinem ersten Rennstreckentag eine 1:51 fahren.
Zwei Wochen später fuhren wir dann zum Lausitzring, auf dem die ersten Veranstaltung der German Moto Masters stattfand. Ja genau, ihr habt richtig gelesen, ich habe 2020 wieder an der German Moto Masters teilgenommen. Und das sogar relativ erfolgreich: Aber dazu mehr im unteren Teil des Textes.
Auf dem Lausitzring, eine für mich unbekannte Strecke, erwartete uns dann ein sehr durchwachsenes Wetter. Die Verhältnisse waren schwierig - Sonne, Regen, Geniesel, halbtrockene Strecke, das volle Programm. Natürlich eher kontraproduktiv für jemanden, der eine Strecke erst noch kennenlernen muss. Nach viel Wartezeit am ersten Tag war es dann endlich so weit und ich konnte die ersten Runden im Trockenen fahren. Es war eine Katastrophe. Rübenacker passt, denke ich, ganz gut zum Lausitzring. Bodenwellen beim Anbremsen, in den Kurven und natürlich beim Rausbeschleunigen. Dazu mein immer noch schlechtes Gefühl zu der R1. Irgendwie passte es einfach nicht. Bis zum Scheitelpunkt hatte ich, wie in Assen, einfach kein gutes Gefühl und die Linien ließen sich ebenfalls schlecht fahren. Hinzu kam die Strecke, die mir nicht lag. Am Rennsonntag war es nicht besser: Startplatz 21 von 35 Fahrern - da habe ich mir mehr erhofft. Vor allem, weil ich voller Energie und Motivation war, in dieser Saison richtig anzugreifen.
Der Start lief, wie sonst auch, einfach super! Ich machte knapp 10 Plätze gut und reihte mich nach einigen Runden auf dem 16. Platz ein, auf dem ich auch das Rennen abschloss. Keine Punkte und für mich kein gutes Ergebnis. Und trotzdem, Kopf hoch! Die nächsten Veranstaltungen standen auf dem Plan!
Doch dann kam die für mich wohl wichtigste Entscheidung: Ich entschied mich dafür, ein Fahrwerk für die R1 zu kaufen - Öhlins, das schwedische Gold. Ich hatte zuvor mit so vielen Personen, Fahrern und Mechanikern, gesprochen und war deshalb der Meinung, dass das Fahrwerk meine Probleme mit dem fehlenden Gefühl und dem schweren Handling eindämmen oder gar beseitigen würde. 
Zuerst wanderte das TTX in die R1 und nach eineinhalb Tagen in Oschersleben, vielen Reifen und noch mehr Einstellungen später hatten wir endlich die perfekte Einstellung gefunden. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht! Schon jetzt konnte ich viel entspannter, präziser und vor allem schneller fahren. Unglaublich, dass ein Federelement so viel ausmacht. Ich konnte dann übrigens gleich meinen ersten Pokal aus der Saison 2020 mit nach Hause nehmen - 3. Platz im Rennen in Oschersleben und die absolut schnellste Rundenzeit des Wochenendes.
Kurz nach Oschersleben wanderte dann auch vorne das Öhlins Cartridge in die R1 und dann stand auch schon der nächste Termin in Assen an. Die ersten Runden waren gigantisch! Nicht zu vergleichen mit dem ersten Termin Anfang Juni. Es lief alles so verdammt gut, ich fühlte mich nie wirklich an oder über meinem Limit und am Endes des Tages stand dann sogar mit 2 gelben Sektoren und Verkehr eine 1:46 auf dem Laptimer. Gigantisch! Mit einigen Sekunden Abstand zum 2. Schnellsten der Veranstaltung stand ich wieder ganz oben auf der Zeitenliste. Über 5 Sekunden durch ein neues Fahrwerk, damit hätte ich wirklich nie gerechnet.
Mitte Juli stand die 2. Veranstaltung der German Moto Masters auf dem Slovakiaring an. Doch dieses Jahr entschieden wir uns dafür, nicht dorthin zu fahren. Terminlich hat es einfach nicht gepasst und hinzu kamen die jeweils 1200 km An- und Abreise, die 3 Tage dort und die schlechten Streckenverhältnisse. Alles Punkte, die gegen eine Teilnahme sprachen.
Stattdessen nahm ich an für mich passenderen Veranstaltungen in Assen und in Oschersleben teil. In Assen konnte ich mit Abstand immer die schnellsten Veranstaltungszeiten fahren und in Oschersleben war ich auch immer der Schnellste. Hinzu kam ein 2 h Rennen, welches ich mit einem 600 ccm-Fahrer-Freund antrat, und welches wir auf dem 7. Gesamtrang von über 30 Teilnehmern beendeten. Im Rennen konnte in meinen 40-50 min Stints konstant 1.33er-1.35er Zeiten fahren, worauf ich sehr stolz war. 
Ende August stand die nächste German Moto Masters Veranstaltung mit zwei Wertungsläufen in Most auf dem Plan. Um nun nicht alles doppelt zu schreiben (den Text zu der Most-Veranstaltung findet ihr im Archiv) hier ein kurze Zusammenfassung. Die beiden Rennen fanden im Regen statt und wer mir schon länger folgt, der weiß, dass Regen genau mein Ding ist. Beide Rennen startete ich von Platz 8 und das erste Rennen lief trotz des extrem beschlagenen Visiers des HJC Helms wirklich gut und ich konnte es auf dem 3. Platz beenden. Podium in der German Moto Masters 2020! Doch dann kam das zweite Rennen des Wochenendes… Wieder ein Regenrennen, wieder Startplatz 8. Doch dieses Mal mit einem anderen Helm und Platz 1 im Rennen! Wieder auf dem Podium und dieses Mal sogar ganz oben. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Bevor es zum Finale der German Moto Masters 2020 Ende September ging, fuhr ich noch weitere Rennstreckentermine. Ich konnte bei jeder Veranstaltung die Veranstaltungsbestzeiten fahren und stand somit immer ganz oben. Hinzu kam noch ein Rennen in Oschersleben, bei dem ich ebenfalls den 1. Platz belegen konnte. 
Dann stand auch schon das Finale der German Moto Masters 2020 und somit das Ende der Saison 2020 bevor. Auch hier wieder eine kurze Zusammenfassung, den Text zum Finale findet ihr auch im Archiv: Der Freitag und somit das Qualifying war trocken und dort konnte ich die 4. schnellste Zeit fahren. Am Renntag, Samstag, regnete es dann wieder (juhu) und das Rennen lief einfach nur gigantisch! Auch wenn die Verhältnisse alles andere als gut waren (kalt und schlechter Grip), so konnte ich mit 15 sek Vorsprung auf dem 2. Platz ins Ziel fahren. Es war einfach unbeschreiblich. So ein gutes Rennen zum Ende der Saison, besser hätte es kaum laufen können. 
Am Ende stand dann auch fest, welchen Gesamtrang ich mit meinen guten Platzierungen (1x Platz 3, 1x Platz 2, 1x Platz 1) am Ende der German Moto Masters Saison 2020 belegen konnte. 
Es war Platz 4 von 39 Startern in der Gesamtwertung der 1000 ccm Klasse!
Ein Ergebnis mit dem ich eigentlich nicht gerechnet hatte. In meiner ersten richtigen Saison (2019) noch Platz 14 und ein Jahr später Platz 4. Das Gefühl war einfach unbeschreiblich und ich bin einfach immer noch unfassbar stolz auf mich und meine Leistung(en). Hinzu kommen noch meine ganzen persönlichen Verbesserungen im Bereich der Rundenzeiten auf allen Strecken und die anderen separaten, guten Platzierungen. Darauf bin ich ebenfalls sehr stolz. Ich denke diese Saison hat mir gezeigt, was ich wirklich kann und was alles mit Willen, Motivation, Durchhaltevermögen und einem großen Ziel vor Augen möglich ist. 
Abschließend möchte ich mich von ganzem Herzen bei meiner Familie, meinen Freunden und selbstverständlich bei meinen Sponsoren bedanken. Mehr als ein Danke, welches wirklich von Herzen kommt, kann ich nicht sagen. Ihr habt von Anfang an mich geglaubt und ohne euch wäre das alles niemals möglich gewesen. Ich weiß das sehr zu schätzen. DANKE FÜR ALLES! Ich freue mich schon sehr auf die nächste Saison. Mal sehen, wo es dort für mich so hingeht.